Besinnung Heiligabend 24.12.2020

Ein griechischer Fotograf hat den Preis für das Bild der Jahres bekommen. Im Mittelpunkt des Bildes sieht man zwei Kinder. Flüchtlingskinder von Moria, im Hintergrund Flammen, die aus den Hütten des Lagers schlagen. Der größere ältere Junge schaut unwillkürlich in die Kamera. In den Armen trägt er an sich gedrückt einen kleineren Jungen, den er offensichtlich in Sicherheit bringen will. Sein Blick verrät Entsetzen und Erschrecken, auch ein wenig Panik, aber gleichzeitig Entschlossenheit und Kraft. Wir müssen weg, uns in Sicherheit bringen, aber dich lasse ich nicht los. Dich nehme ich mit, auf alle Fälle. Daran kannst du festhalten!

Bist du das, Jesus? Der da aus der Krippe, weil es dort nicht mehr sicher ist, an ein neues Ufer getragen wird? Geborgen und sicher in den Armen, die auch meine sein müssten?

Oder bist du der, der da trägt? Und wir liegen mit unserer Ohnmacht und Hilflosigkeit in deinen Armen?

Obwohl wir doch immer die Starken und Souveränen spielen. Die Krisenmanager, die zeigen und sagen wie es geht.

Egal. Wenn wir auf dich schauen, verwandelst du uns. Elend und Schwächen sehen anders aus, in deinen Augen, deiner Annahme. Schenke und immer wieder deinen Blick. Lass uns mit deinen Augen in die Welt schauen. Berühre unsere Menschlichkeit, dass sie die Kraft wird, die uns treibt!

Amen!

Klaus Pfaller