Wir freuen uns, dass Sie sich für die Philippusgemeinde München (Chiemgaustr. 7, 81549 München) interessieren. Als Gemeinde am Stadtrand von München sind wir "Tor gen Süden". Sind Sie auf dem Weg in die Berge Richtung Salzburg, kommen Sie doch vorbei. Unsere Kirche ist meistens offen.

Ihr Pfarrer Klaus Pfaller

Das Video lässt trotz aller Entsetzlichkeit nicht wegschauen. Es zeigt den schwarzen US-Amerikaner George Floyd bei seiner Festnahme in Minneapolis. Er liegt bäuchlings auf dem Boden, seine Handgelenke sind auf dem Rücken gefesselt. Ein übergewichtiger uniformierter weißer Polizist namens Derek Chauvin kniet auf ihm. Fast neun Minuten lang. Ein neuer Autopsiebericht legt nahe, dass der Mann daran erstickt ist. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass der fast neun Minuten dauernde Todeskampf George Floyds nicht zu bemerken war. Und auch nicht, dass keiner der umstehenden Polizisten eingriff. Wieder ein Opfer von Polizeigewalt in den USA. Wieder ein Schwarzer. Seit das Video in Umlauf kam, befinden sich die USA im Protestmodus. Die meisten Demonstrationen und Kundgebungen verlaufen und verliefen friedlich, aber es gab auch gewaltsame Übergriffe, Zerstörungen, Plünderungen, Schüsse auf Polizisten. Besonders nachts, während die Proteste tagsüber gewaltlos verliefen.
Boot Pfingsten
Bildrechte: Klaus Pfaller
Die Vielschichtigkeit der Pfingstgeschichte, wie sie die Bibel (Apostelgeschichte 2) erzählt, berührt und fasziniert. Wie Traumwandler hätten sich die Jüngerinnen und Jünger Jesu durch die Welt der Sprachen mit ihrem Stimmengewirr in Jerusalem bewegt. Das ist doch eigentlich erstaunlich für einfache Fischer ohne Literaturkenntnisse und ohne die Kunst der Rede erlernt zu haben. Noch dazu redeten sie vor vielen Menschen. Wer kann sich das schon zutrauen? Und von der zahlreichen und vielschichtigen Zuhörerschaft pfiff sie keiner aus, ging niemand nach Hause, wechselte aus Langeweile und Ungeduld das Programm, oder konnte sie nicht mehr hören. Gut, es gab auch Spott. Ironische Aufklärung. Sie haben zu viel Wein getrunken. Das kennt man doch. Die Schwellenangst vor großen Reden ist weg. Nur nüchtern bin ich schüchtern, aber betrunken gehen die Worte leicht über die Lippen und die Angst vor der Erwartungshaltung einer großen Hörerschaft hat man regelrecht ertränkt und weggeschwemmt.
Es war natürlich witzig und ironisch gemeint. Dieses auf "Corona-Zeiten" hin aktualisierte Gebot der Nächstenliebe: "Liebe deinen Nächsten..., aber komm ihm nicht zu nahe!" Klar, es ist widersinnig, paradox. Liebe und Zuneigung wollen und brauchen Nähe. Der Händedruck, die Umarmung, eine aufmunternde Berührung, Zärtlichkeit, all das gehört in die Mitte unserer Beziehungen und ihrer Pflege. Und all das darf und kann jetzt gerade nicht sein. Es stimmt schon: Gerade um der Liebe willen darf und soll ich jetzt bestimmten Menschen nicht zu nahe kommen. Besonders denen, die angeschlagen, von Vorerkrankungen geschwächt, alt und in Pflegeeinrichtungen sind. Besonders Menschen mit Demenz können nicht verstehen, warum man sie plötzlich nicht mehr besucht, keiner kommt und das gewohnte Wochenprogramm ausbleibt. Da reichen vielfach die Erklärungen und Kompensationsleistungen des Pflegepersonals nicht aus, um die entstandene Leere auszugleichen. Alle Beteiligten spüren wie der Kummerberg größer wird und die Ohnmacht in Hilflosigkeit und Verzweiflung stürzt. Wie gut tut es dann, wenn man sich wenigsten über Abstand hinweg sehen, zuwinken und hören kann. Das sind dann Festtage, die aus der Isolationsglocke ausbrechen und zum anderen Leben aufbrechen lassen.

Wir freuen uns, dass wir in unserer Kirche sonntags um 9.30 Uhr gemeinsam wieder Gottesdienst feiern dürfen. Sie müssen sich dafür nicht anmelden, es gelten aber besondere Regeln und Vorsichtsmaßnahmen:

•    Bitte tragen Sie eine Schutzmaske (falls Sie keine griffbereit haben, können Sie am Kircheneingang eine Maske entnehmen).

•    Nehmen Sie nur auf den markierten Sitzplätzen Platz, um den vorgeschriebenen Abstand einzuhalten (diese Regel gilt nicht für Mitglieder eines Haushalts).

Auf Grund der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus müssen viele Veranstaltungen in unseren Gemeinderäumen entfallen. Die Ausgabe des neuen Gemeindebriefes wird voraussichtlich erst im Juli erfolgen.

Das Pfarrbüro hat eingeschränkte Öffnungszeiten. Sie erreichen uns Montag und Donnerstag, jeweils von 10 bis 12 Uhr, außerdem per eMail pfarramt.philippus.m@elkb.de.