Partnerschaft und Eine Welt

weltweite Verbundenheit  unsere Partnerschaft mit der Gemeinde in Njombe (Ostafrika)   (> mehr)

und

fairer Handel  unser Eine-Welt-Laden mit fairgehandelten Produkten aus aller Welt  (> mehr)

 

Nächster Verkauf

im Eine-Welt-Laden: 15. September und 20. Oktober

Aktuelle Informationen

- Bei unseren Partnern in Tansania
- Bericht vom Partnerschaftstag im Juli

 

Bei unseren Partnern in Tansania

Eine kleine Reisegruppe des Prodekanats München-Süd besuchte unsere Partner in Tansania. Eine Woche war ich mit dabei. Es war eine bereichernde Zeit, so viel habe ich gesehen und erlebt! Natürlich besuchte ich auch unsere Partnergemeinde in Njombe. Ich traf mich mit den Mitarbeitern und wir waren im Gottesdienst mit dabei. Ich besuchte die Predigtstationen der Gemeinde, ich war im Kindergarten dort und ich sah viel von der Stadt. Stolz wurde mir das große Projekt der Gemeinde gezeigt: der Bau eines mehrstöckigen Gäste- und Bürogebäudes. Mit dem Erlös aus den künftigen Mieteinnahmen will sich die Gemeinde neue Einnahmen erschließen.

Reich beschenkt kam ich wohlbehalten wieder nach München zurück. Selbstverständlich werde ich ausführlich von der Reise berichten, hier im Internet und mit vielen Bildern auch in Philippus. Sobald der Termin dafür steht, werden Sie rechtzeitig Einladungsflyer in der Kirche finden.

 

Kirche in Njombe
Kirche in Njombe
Kirche in Njombe
Kirche in Njombe
Bauprojekt der Gemeinde in Njombe
Bauprojekt der Gemeinde in Njombe
Markt in Njombe
Markt in Njombe

 



Partnerschaftstag

Sonntag, 21. Juli 2019

Am 21. Juli war wieder Njombetag.

 

 

Im März hatten wir bereits einen Partnerschaftsgottesdienst mit Pfarrerin Kilagwa und Pfarrer Mhema aus Njombe (siehe unten). Das hielt uns nicht ab, im Juli wie üblich den Njombetag zu feiern.

Thema nach dem Gottesdienst war die deutsche Kolonialgeschichte in Ostafrika: Ausgelöst durch die Aktivitäten der privaten „Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft Carl Petersen und Genossen“ wurde Ostafrika eine deutsche Kronkolonie.

Man wollte wertvolle Rohstoffe ausbeuten, man trug aber auch zur Abschaffung der Sklaverei bei und entwickelte die Infrastruktur. Und man wollte vermeintlich unterentwickelten Völkern Kultur bringen und die Überlegenheit der deutschen Zucht und Ordnung zeigen.
Dabei gab es in Tansania auch bevor die Deutschen kamen, ein funktionierendes Gemeinwesen. Die ersten Missionare waren beeindruckt vom wohl geordneten Leben in den Dörfern dort.
Deutschland regierte die Kolonie wie damals üblich mit Härte. Eine besondere Rolle hatte Carl Peters. Er gründete die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft und wurde 1891 zum Reichskommissar für das Kilimandscharogebiet ernannt. Seine Amtsführung war durch Grausamkeit gegenüber den Landesbewohnern gekennzeichnet.

Strittig war die Rolle der Kirche: Soll die Kirche eigenständig bleiben oder den deutschen Kolonialismus fördern? Hier gab es heftige Auseinandersetzungen. Neue Missionsgesellschaften, die eng mit der kolonialen Bewegung verbunden waren, wurden gegründet.
Vor Ort waren es die Kirchen, die die Menschen als Menschen annahmen. So lernten die Missionare ihre Sprache und Kultur.

1905 führte die Kolonialverwaltung neue Steuern ein. Das führte zum einem Aufstand der Bevölkerung. Es folgte eines der grausamsten Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte. Ein kleiner Filmbericht erläuterte das Geschehen: Die verschiedenen Stämme Tansanias vereinigten sich, ein Priester versprach Schutz vor den Gewehrkugeln durch heiliges Wasser, in Suaheli maji genannt. Es kam zum maji-maji-Aufstand im Süden des Landes. Auch die Region Njombe war betroffen. Auf die Guerilla-Taktik der Widerstandskämpfer antworteten die deutschen Truppen mit einer Strategie der verbrannten Erde. Sie zerstörten Felder und Brunnen, brannten Siedlungen nieder und vernichteten Vorräte. Fachleute schätzen, dass 1/3 der damaligen Bevölkerung dabei ums Leben kam.
Wer mehr dazu lesen will, findet ausführlichere Informationen z.B. auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/209829/1905-der-maji-maji-aufstand.

Heute dürfen wir mit den Christen Tansanias partnerschaftlich verbunden sein. Das ist wunderbar.

Ein kleiner Film zeigte dann auch das Leben von Sängern aus zwei Chören in Tansania und bot so einen kleinen Einblick in deren Alltag und deren Glauben.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen zusammen mit der Peace-Church schloss der Tag.

 


 

 Njombe-Partnerschaft

 

Bildrechte: beim Autor

 

 

 

 

 

 

 

Njombe – das ist eine wachsende Stadt im Süden Tansanias (Ostafrika) mit rund 150.000 Einwohnern.
Mit der evangelischen Gemeinde dort verbindet uns seit rund 50 Jahren eine Partnerschaft.

Unsere Partnergemeinde
•    Zur Gemeinde gehören rund 5.000 Christen. Pfarrer Godiwe leitet die Gemeinde zusammen mit zwei weiteren Pfarrern. Zusätzlich helfen zwei Pfarrer im Ruhestand.
•    Jeden Sonntag gibt es zwei Gottesdienste (um 7 Uhr und um 10 Uhr) und einen Kindergottesdienst, jeden Werktag kommen am Morgen Christen für eine halbstündige Andacht zusammen.
•    Zusätzlich gibt es 5 weitere Predigtstationen. Auch dort wird jeden Sonntag Gottesdiensts gefeiert.
•    Die Gemeinde hat 6 Chöre, die abwechselnd in den Sonntagsgottesdiensten auftreten.
•    Die früheren Sprengel Melinze und Uwemba sind inzwischen eigenständige Gemeinden.

4 Ziele hat diese Partnerschaft:
•    voneinander lernen: Die Partnerschaft gibt die Chance, über den eigenen Tellerrand zu blicken und von den Lebensbedingungen in einem der ärmsten Ländern der Erde zu erfahren.
•    miteinander teilen: Wir unterstützen unsere Partner z.B. mit Geldern für den Kindergarten oder für den Schulbesuch von Waisen.
•    füreinander einstehen: Gerade im Zeichen der Globalisierung ist es gut, wenn Christen zusammenstehen und gemeinam für eine gute Welt eintreten.
•    füreinander beten: Das Gebet gehört wesentlich zur Partnerschaft und schafft Verbindung auch über weite Distanz.

Der Njombe-Tag:
Die Partnerschaft lebt vom gegenseitigen Austausch (zeitgemäß per E-Mail) und regelmäßigen Besuchen. Ein Höhepunkt ist der jährliche Njombe-Tag. Bei diesem Gemeindetag steht die Partnerschaft im Mittelpunkt - bei uns und bei unseren Partnern. Dazu werden Predigtgedanken und Gebetsanliegen ausgetauscht.

 


Eine-Welt-Laden

Wir verkaufen jeden dritten Sonntag im Monat fair gehandelte Waren wie Kaffee und Schokolade.

Fair gehandelt heißt:

  • Den Bauern ist ein Mindestpreis garantiert. Damit hängt ihr Einkommen nicht mehr vom Auf und Ab an der Börse ab.
  • Zusätzlich gibt es Fair-Trade-Aufschläge. Deren Verwendung wie Frauenförderkurse oder Wasserversorgung legt die Kooperative der Bauern selbst fest.
  • Die Abhängigkeit vom Zwischenhandel entfällt und auf Wunsch erhalten die Bauern einen Teil der Ernte vorfinanziert.

Der Faire Handel hilft so, Armut zu überwinden. Faire Preise sind kein Almosen, sondern schaffen Strukturen für einen gerechteren Handel weltweit. Dadurch wird es den Bauern ermöglicht, sich eine menschenwürdige Existenz aufzubauen.
Studien zeigen, dass Fairtrade einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensverhältnisse von Kleinbauern und Landarbeitern im ländlichen Raum leistet.

Tragen Sie dazu bei und bevorzugen Sie fair gehandelte Produkte bei Ihrem Einkauf.

Weitere Informationen finden Sie z.B. unter http://www.fairtrade.de.


Rückblick

Partnerschaftsgottesdienst mit Kirchenkaffee

Sonntag, 31. März 2019

Partnerschaftssonntag 2019: Pfr. Kilagwa predigt

„Neema, neema, neema imefunuliwa - die Gnade Gottes ist uns offenbar geworden.“ Dieses tansanische Lied begleitete uns durch den Partnerschaftstag. Unsere Gäste, Pfarrerin Kilagwa und Pfarrer Mhema aus Njombe, gaben den Takt vor. Begeistert sangen alle mit und klatschten dazu.

Im Gottesdienst predigte Pfarrerin Kilagwa über Römer 12: Die Liebe ist das Fundament. Paulus gibt hier ganz praktische Ratschläge dazu. Nach Kräften den Nachbarn zu helfen und die Armen und Schwachen zu unterstützen, darauf kommt es an. So wird die große christliche Gemeinschaft spürbar. So kann Frieden wachsen.

Unsere Gäste arbeiten nun schon rund 4 Jahre als ökumenische Mitarbeiter in Bayern. Beim Kirchenkaffee haben wir viel erfahren, was beiden in Deutschland aufgefallen ist:

  • Vorbildlich ist unser Sozialsystem. Ob krank oder alt oder arm, es gibt Hilfe vom Staat oder von der Diakonie. Das ist nicht selbstverständlich.
  • Unser Verkehrssystem ist weit ausgebaut. Die Autostraßen sind gut und groß und der öffentliche Verkehr mit Zug und Bus bietet ein breites Angebot.
  • Unser Leben richtet sich sehr nach der Uhr. Wir haben viele Termine, die pünktlich eingehalten werden müssen.

Auch im kirchlichen Leben gibt es Unterschiede:

  • Sonntag ist für die Christen Tag des Herrn. Da nimmt man sich in Tansania Zeit für den Gottesdienst, der daher auch zwei Stunden oder mehr dauern darf.
  • Dabei wird viel gesungen: Zusätzlich zu den Gemeindeliedern singen in Njombe in jedem Gottesdienst 3 Chöre.
  • Eine Besonderheit in Deutschland sind die Tauf- und Konfirmandensprüche. Die gibt es so in Tansania nicht, sind aber für uns hier eine Bereicherung.

Ein weiteres Thema war die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Hier hat sich nicht nur in Deutschland viel verändert.

  • Heute ist in Tansania der Schulbesuch auch von Mädchen selbstverständlich, es gibt sogar eigene Gymnasien nur für sie.
  • Und wie das Beispiel von Pfarrerin Kilagwas Lebenslauf zeigt, ist nun auch nach der Heirat eine Weiterbildung z.B. zur Pfarrerin möglich.
  • Auch in der Politik ist die Gleichberechtigung spürbar; viele Abgeordnete in Tansania sind Frauen und eine Frau ist stellvertretende Präsidentin.